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Unsichtbar von Paul Auster

Gebundene Ausgabe von Rowohlt
Preis bei Amazon: EUR 19,95, Angebote ab EUR 11,78

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3498000810, Erscheinungsdatum: Juli 2010, Auflage: 3
Zoom ± Produkt-Bild: Unsichtbar

Aus der Amazon.de-Redaktion


Adam Walker, Literaturstudent an der New Yorker Columbia University, hat hohe Ziele: Er möchte Dichter werden. Er kann seinem Glück kaum glauben, als er auf einer Party den wohlhabenden Franzosen Rudolf Born kennen lernt, der ihm das Geld zur Gründung einer Literaturzeitschrift anbietet. Adam ist von dem enigmatischen Born und seiner attraktiven Freundin Margot zunächst fasziniert, doch schon bald erkennt er die dunklen Seiten Borns: ?Born aber war nicht gut. Er war geistreich, exzentrisch und unberechenbar, aber wer behauptet, der Krieg sei die reinste Äußerung der menschlichen Seele, verbannt sich aus dem Reich des Guten.? Als Born für einige Zeit verreist, beginnt Adam eine Affäre mit Margot, die jedoch abrupt endet. Nach Borns Rückkehr treffen er und Adam erneut aufeinander - mit dramatischem Ausgang. Denn Born begeht vor den Augen Adams einen Mord - eine Tat, die für Adams Leben weit reichende Folgen haben wird.
Soweit zur Rahmenhandlung des Romans, der in insgesamt vier Kapitel gegliedert ist, wobei das erste das verhängnisvolle Treffen von Adam und Born in New York im Jahr 1967 schildert. In den folgenden Kapiteln erfährt der Leser mehr über Adams weiteren Lebensweg, der aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird.
In Unsichtbar erzählt Paul Auster eine düstere und verstörende Geschichte über Mord und Sühne, Wahrheit und Täuschung, die sich über einen Zeitraum von 40 Jahren erstreckt. Auster bleibt sich auch in diesem Roman treu. Immer wieder werden Perspektiven gebrochen und Illusionen zerstört. Intelligent und doppelbödig schafft es der Roman, seine Leser wirklich zu fesseln. So kann man sich nur der New York Times anschließen, die schrieb: "Wer die letzte Seite gelesen hat, möchte gleich wieder von vorne anfangen?.-- Alexandra Plath
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

4 Kundenrezensionen:

Klasse, aber ...
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Wie die meisten meiner Vor-Rezensenten bin auch ich ein großer Fan und Bewunderer Paul Austers. Und so hatte ich mich wirklich auf das neue Buch gefreut.
Und erst einmal wurde ich auch nicht enttäuscht. Wieder einmal spielt Auster wunderbar mit Erzählperspektiven, Handlungssträngen, Szenenwechsel. Er ist wirklich einer der ganz großen Erzähler unserer Zeit.
Die Geschichte fesselt - keine Frage.
Doch, was Auster aus dem Schluss gemacht hat, das muss man wirklich in Frage stellen.
Schade. Es hätte wieder einer seiner ganz großen Romane werden können, doch dieses Mal entlässt er seinen Leser mit einem Gefühl von Unvollendung. Gerade so, als bekomme man nach einem wunderbaren mehrgängigen Essen einzig eine Salzstange zum Nachtisch.
leider zu vorhersehbar!
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Leider kann ich mich dem umfangreichen Lob für dieses Buch nicht anschließen.

Der Klappentext macht neugierig auf eine spannende Geschichte, deren Grundidee durchaus vielversprechend klingt. Leider fehlte mir beim lesen jegliche Spannung und auch auf die von Auster sonst so gekonnten überraschenden Wendungen wartete ich vergebens. Ich fand die ganze Geschichte sehr vorhersehbar, gab aber die Hoffnung auf einen besonderen Schluß nicht auf. Leider wurde ich auch da enttäuscht.

Natürlich ist die Geschichte gewohnt gut konstruiert, Auster ist halt ein guter Schreiber aber alles was mich an anderen Geschichten von ihm so gefesselt hat, habe ich hier nicht gefunden. An die Kunst von "Die Brooklyn-Revue" und "Das Buch der Illusionen" kommt "Unsichtbar" bei weitem nicht heran.

Ich bereue nicht das Buch gelesen zu haben bin aber froh, daß ich es nicht gekauft sondern nur ausgeliehen habe.
Angestaubtes Dunkel
2 Punkte 2 von 5 Punkten
"Unsichtbar" wird im Klappentext angepriesen, Auster wäre hier "auf der Höhe seines ASchaffens - erfindungsreich, abgründig und direkt am Puls des Lebens". Nach weniger als 10 Seiten merkt der Leser, dass er an ein misslungenes, einfältiges Konstrukt geraten ist, das weder thematisch noch sprachlich irgendeinen Funken schlägt. Auster versteckt sich - Storm lässt grüßen! - hinter zwei fiktiven Autoren, so als hätte nicht er dieses müde Prosastück geschrieben. Bleibt zu hoffen, dass der Autor sich mal ein Beispiel an seiner Frau nimmt, die sich wenigstens exzentrische Experimente zutraut.
Unsicheres Ende
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Leicht zu lesen, nur leicht verschachtelt, unbefriedigendes Ende - so könnte die Kurzzusammenfassung sein. Von Paul Auster kennt man schwierigere Texte, die auch mehr ineinander verwoben sind. Aber diese Geschichte eignet sich als Sommerlektüre der gehobeneren Art. Und Paul-Auster-Fans werden nicht enttäuscht sein. Leider hat mich das Ende nicht überzeugt, schnell hatte ich den Eindruck, hier muss nun ein Roman unbedingt beendet werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Paul Auster nicht ein anderer Ausgang eingefallen wäre.
Dennoch lesenswert.
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Mann im Dunkel von Paul Auster

Taschenbuch von rororo
Preis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 8,89

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499248301, Erscheinungsdatum: April 2010
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4 Kundenrezensionen:

Auster schockiert
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Paul Auster liest sich hier zunächst gewohnt spannend und unterhaltsam.
Fraglich ist jedoch, ob die unsagbaren Grausamkeitsschilderungen gegen Ende des Romans tatsächlich notwendig sind. Diese bescherten mir etliche schlaflose Nächte, so dass ich nun- im Nachhinein- das Buch leider niemandem empfehlen möchte. Vielleicht ist aber auch gerade das ein gelungener Kniff: Schlaflos ist der Protagonist- schlaflos wird auch der Leser sein?
Wenn die Schatten sich senken...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
...und in der Lebensbilanz das Ungeklärte, Indifferente und Selbstvorwürfe überwiegen, mag man sich den drängenden Fragen nicht unbedingt stellen und erfindet neue Wirklichkeiten.
So geht es dem 74-jährigen Literaturprofessor August Brill.
Nach einem Unfall ist sein Bein zertrümmert und da er allein ist, nimmt seine Tochter ihn bei sich auf.
Sie ist gerade von ihrem Mann verlassen worden und ist so nicht allein im Haus.
Auch ihre Tochter, Augusts Enkelin, hat Zuflucht im Elternhaus gesucht.
Nach fünfjähriger Beziehung ist ihr Freund unter mysteriösen Bedingungen ums Leben gekommen.

Drei gebrochene Menschen, bei denen jedoch jeder seine eigenen Dämonen zu bekämpfen hat, sowie die Phantasien des alten Mannes sind Gegenstand dieses Romans von Paul Auster.
August Brill liegt schlaflos wach in langen Nächten und erfindet die Geschichte von Brick, einem Mann, der sich eines Tages in einem Erdloch befindet. Er wird von einem Militär für eine Aufgabe rekrutiert, die er nicht erfüllen möchte. Das Amerika, das er kennt, existiert nicht mehr. Stattdessen herrscht ein zermürbender Stellungskrieg, der bereits Millionen von Opfern gekostet hat.
Brick bekommt die Aufgabe, den Verursacher dieses Geschehens zu töten.
Das ist ausgerechnet Brill, denn er hat sich dieses so andere Amerika schließlich ausgedacht...

Eine Selbstmordphantasie also, oder doch weit mehr? Darüber wird der Leser lange im Unklaren gelassen.
Paul Auster switcht zwischen Traumwelt und Realität und doch ist beides so beklemmend deutlich, das man als Leser Mühe hat, sich abzugrenzen und beides voneinander zu unterscheiden.

Knapp zweihundert Seiten dauert dieser Alptraum und die Wirklichkeit des August Brill; zweihundert Seiten, durch die der Leser atemlos jagt!
Das kunstvollste an diesem starken Stück Prosa ist aber, wie sehr er Wirklichkeit und Traum verzahnt, auch mit den Geschicken der weiteren Familienmitglieder.
Hier greift ein erzählerischer Haken in den anderen, auf anrührend-tragische Art und Weise.

Auster erzeugt bei der Lektüre innere Bilder, die man so schnell nicht vergessen kann. "mann im dunkel" verknüpft dabei Traumbilder von unterschiedlichsten Kriegsszenarien mit den Zweifeln und Sehnsüchten, aber auch einem tiefen Verständnis zwischen Großvater und Enkelin. Man entkommt diesem Buch - einmal mit der Lektüre begonnen - einfach nicht. Das ist manchmal nur schwer auszuhalten. Aber dann ist da noch die Sensibilität, mit der er jedes kleinste Detail seiner Geschichte stimmig einfügt, so das man als Leser am Ende berührt, bewegt und schlicht dankbar ist -- für ein großartiges Stück amerikanische Gegenwartsliteratur!
Jede Welt ist die Schöpfung eines Geistes
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein alter gehunfähiger Mann liegt des Nachts in seinem Bett. Er starrt an die dunkle Decke, der Schlaf will einfach nicht kommen. Um nicht von seinen quälenden Erinnerungen überfallen zu werden, erdenkt sich der alte Mann im Dunkel Geschichten. Er wohnt bei seiner Tochter, die nach Jahren der Ehe von ihrem Ehemann verlassen wurde und bei seiner Enkelin, deren Freund auf grausame Art ermordet wurde. Alle drei hadern sie mit ihrem Schicksal und versuchen jeder auf ihre Weise, der Realität zu entfliehen. Die Mutter in ihrer Arbeit an ihrem Buch, die Tochter im exzessiven Anschauen von Filmen und der Großvater in seinen selbst erdachten Geschichten. In eine davon nimmt er uns mit:

Ein junger Mann namens Owen Brick erwacht, in die Uniform eines Soldaten von Rang gekleidet, in einem kreisrunden Loch. Als er daraus gerettet wird, muss er feststellen, dass es das Amerika, das er kannte, nicht mehr gibt. Kein 9/11, kein Krieg im Irak. Dafür aber einen Bürgerkrieg im eigenen Land. Diverse Staaten haben sich abgespalten und werden dafür von dem Präsidenten der Föderalisten, George W. Bush, angegriffen. Brick muss erfahren, dass es seine Aufgabe ist, diesen Krieg zu beenden. Dazu muss er nichts weiter tun, als die Person zu ermorden, die für all das verantwortlich ist und diese Welt erschaffen hat: den alten Mann im Dunkel...

Es ist klar, Paul Auster rechnet in diesem Buch mit der kriegstreiberischen Amtszeit von George W. Bush ab. Er spielt an auf die Unrechtmäßigkeit dieser Regierung und auf die Sinnlosigkeit des Krieges und verleiht so seinen eigenen Zorn Ausdruck. Gleichzeitig spielt er mit den Realitäten und greift so die Idee des Philosophen Giordano Bruno auf, der glaubte, dass das Weltall unendlich ist und so auch die Anzahl der belebten Welten.
Im Buch wechseln sich unsere Realität und die selbst erdachte Parallelwelt ab und lassen mich gebannt an den Seiten hängen. Verlust scheint in diesem Buch das Hauptthema zu sein: Verlust der Gesundheit, Verlust des Ehepartners, des Freundes, der Motivation, mit seinem Leben weiterzumachen. All das wird schnörkellos und mit klaren Worten beschrieben und lässt doch Raum für die Geschichte, engt sie nicht ein.

"Mann im Dunkel". Mein erster Kontakt mit dem Autor Paul Auster. Und sicherlich nicht das letzte Buch, das ich von ihm lesen werde. Eine klare Leseempfehlung!
Paul Auster für Einsteiger
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Paul Austers "Man in the dark" ist zugleich ein typisches und untypisches Paul Auster Buch. Typisch da auch dieses Buch eine Geschichte in der Geschichte enthält, die sich in der Mitte der Erzählung verliert. Untypisch, da die Rahmen-Erzählung ungewöhnlich tagesaktuell und ereignisreich ist.

August Brill ist im Rentenalter angekommen und verbringt aufgrund eines verkrüppelten Beines die meiste Zeit in seinem Zimmer. Seine nächtliche Schlaflosigkeit macht ihn zum Opfer seiner eigenen Erinnerungen an bessere Zeiten. Um diesen schmerzhaften Erinnerungen zu entgehen, denkt er sich Geschichten aus. Eine dieser Fluchtgeschichten bildet die Geschichte innerhalb des Romans: In den USA ist im Jahr 2000 ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Die Person "Brisk" wird aus dem Schlaf heraus in diese Parallelwelt entführt, um als Auftragskiller in die reale Welt zurückzukehren und dort den "Erdenker" der Parallelwelt (= August Brill) zu ermorden. Ein typisches Auster-Scenario.

Zugleich gelingt es August Brill im Fortgang der Nacht zunehmend weniger sich von der Realwelt abzulenken, so dass der zweite Teil des Romans ausschließlich auf seine Lebenserinnerungen fokussiert. So erfährt der Leser in Rückblenden wie es zum Zusammenleben von August Brill, seiner Tochter und seiner Enkelin kommen konnte.

Wie immer bei Auster, fesselt das Buch nicht zuletzt durch seine sprachliche Feinheit.
Ich denke, dass dieses Buch auch besonders geeignet für solche Leser ist, die noch keine sonstigen Werke Paul Austers gelesen haben.
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Produkt-Bild: Die New York-Trilogie: Stadt aus Glas. Schlagschatten. Hinter verschlossenen Türen

Die New York-Trilogie: Stadt aus Glas. Schlagschatten. Hinter verschlossenen Türen von Paul Auster

Taschenbuch von rororo
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 1,44

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 349912548X, Erscheinungsdatum: November 1989, Auflage: 28
Zoom ± Produkt-Bild: Die New York-Trilogie: Stadt aus Glas. Schlagschatten. Hinter verschlossenen Türen

4 Kundenrezensionen:

Nichts für rational denkende Menschen.
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Ich habe die erste Geschichte des Buches gelesen. Jetzt warte ich seit zwei Tagen vergeblich, dass sich etwas wie Erkenntnis bei mir zeigt.
Aufgrund der Kritiken hatte ich keinen Krimi erwartet, sondern etwas Besonderes. Und das ist es auch:
Die Geschichte fängt äußerst realistisch und spannend an - wie ein psychologisch gut durchdachter Krimi. Der Rest der Geschichte hat dann fast nichts mehr mit diesem Anfang zu tun und endet komplett im Surrealen. Zwischendurch erfährt man noch die selbstherrlichen Phantastereien des Eventuell-Mörders. Der Beginn der Geschichte und auch die Phantastereien werden nicht fortgeführt und führen auch zu nichts Anderem.
Es ist, als hätte der Autor eine grandiose Idee für den Anfang gehabt, dann ist ihm aber nichts weiter dazu eingefallen und er hat nur noch irgendwelche Inhalte zurechtgebogen und rangehängt - und den Rest macht jetzt der Leser?!? Die Zusammenhanglosigkeit der Inhalte steigert sich immer weiter, bis es zum Schluss im besagten Surrealen mündet.
Belastend für mich war auch, dass alle Haupt-Charaktere geistig weit von dieser Gesellschaft entfernt leben - "geistig gestört sind" wäre eigentlich eine bessere Beschreibung, aber das ist ja Definitionssache (Was ist normal?). So wird der Hauptdarsteller von Depressionen und Selbstmitleid beherrscht, flüchtet vor sich selbst in andere Phantasie-Personen und rutscht sogar - ohne es zu merken - ins Pennerdasein ab, hat keinen Bezug mehr zum Leben um ihn herum.
Das einzige an dieser ersten Geschichte wirklich Interessante ist die Betrachtung der einzelnen Philosophen über das Paradies und Babylon.
Der Hauptdarsteller ist übrigens ebenfalls Autor und verspürt in der Geschichte den Drang, eine Frau zu schlagen, weil ihr sein Buch nicht besonders gefällt. Ich hoffe, dass die Behauptung, ein Autor stecke immer selbst in den Charakteren seiner Bücher, hier nicht zutrifft.
Immerhin hat mich diese Geschichte veranlasst, mich mit ihr intensiv auseinanderzusetzen und sogar eine Kritik zu schreiben. Also etwas Besonderes in jedem Fall, daher 2 Punkte.
Bizarr und doch unvergesslich...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Die New York Trilogie hat mich fasziniert und lässt mich auch nach dem Lesen noch nicht wirklich los! Paul Auster schafft es, vor meinem inneren Auge New York lebendig werden zu lassen und mich völlig in die Figuren hinein zu verlieren. Jede Geschichte für sich ist eine Parabel über das Leben, die Suche nach dem Sinn, das Schicksal und die Zerbrechlichkeit von scheinbarer Normalität. Bizarr und doch brillant finde ich die immer wiederkehrenden "Accessoires" oder Personen in den einzelnen Geschichten, immer wieder aus einer anderen Ecke beleuchtet. Für mich sind am Ende viele Fragen offen geblieben, Fragen die mich beschäftigen. Paul Auster berührt mein Herz in eigenartiger Weise, die nicht zu erklären ist. Vielleicht ist es die verzweifelte Suche seiner Personen nach dem Sinn des Daseins, die mich mit einem schalen Beigeschmack zurücklässt und die Frage in meinem Kopf auftauchen lässt: "Welchen Sinn hat mein Leben eigentlich?". Wann denkt man schon einmal in all dem alltäglichen Trott über solche Dinge nach, wann hat man die Zeit dafür? Vielleicht ist es diese Nachdenklichkeit, für die ich Paul Auster liebe.
Literarischer Grenzgang zwischen dem Selbst und dem Anderen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Zugegeben, beim ersten Versuch vor ein paar Jahren, mir das Buch vorzunehmen, war ich gescheitert. Auch beim zweiten Anlauf überwog anfangs die Skepsis. "Das Buch ist irgendwie komisch", hatte mich eine Freundin gewarnt. Komisch, ja. Das trifft zu. Denn die drei Geschichten kommen zunächst als ganz normale Krimis daher. Doch dann konfrontieren sie den Leser plötzlich mit literaturtheoretischen Überlegungen zur Urheberschaft von Don Quijote und anderen Themen der Weltliteratur (mit denen man sich allerdings nicht zuvor auseinandergesetzt haben muss). Und dann, ja, dann gibt es noch nicht mal eine klassische Auflösung! Verwirrend ist vor allem, dass sich mitunter die Identitäten der Protagonisten vermischen, und am Ende jeder Geschichte scheint alles verworrener zu sein als zuvor.
Tatsächlich kommt man in diesem Werk mit der bewährten Herangehensweise an einen Kriminalroman nicht weit. Mit der "New York-Trilogie" nimmt Auster die klassische Detektivgeschichte auseinander und entledigt sich ihrer zwingenden Logik, dem traditionellen Grundgerüst des Genres, um es auf das Wesentliche und Atmosphärische zu reduzieren: mysteriöse Anrufe, das Beschatten und Beobachten eines unbekannten Anderen, in eine andere Identität schlüpfen, auf ein Motiv spekulieren.
Was dabei übrig bleibt, ist ein literarischer Grenzgang zwischen dem Selbst und dem Anderen. Unheimlich, entlarvend, erkenntnisreich.
Was passiert beim obessiven Blick auf den Anderen? Man gerät so sehr ins Spekulieren und verliert sich in den Sphären der eigenen Erwartungen, dass man im fremden Gegenüber niemand anderes als sich selbst erkennt. Das abgespaltene Ego. Das verunsicherte Selbst, der eigene Schatten, das Verdrängte in uns. Paul Auster hat dafür sehr eindrückliche Sprachbilder erschaffen.
Spannend und intelligent!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ale drei Teile in einem Band! Sollte der Leser von heute gelesen haben, denn so muss moderne Literatur sein - intelligent und dazu so spannend, dass man es kaum aushält, bis zum Ende zu kommen. Ist wohl das beste, was Paul Auster geschrieben hat.
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Produkt-Bild: Mond über Manhattan

Mond über Manhattan von Paul Auster

Taschenbuch von rororo
Preis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 3,39

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499227568, Erscheinungsdatum: Juni 2000, Auflage: 11
Zoom ± Produkt-Bild: Mond über Manhattan

4 Kundenrezensionen:

Verloren
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Auster verliert sich zu sehr in den vielen Geschichten, die über drei Generationen und viel mehr Charaktere verteilt um den Hauptcharakter M.S. Fogg herumschwirren wie Motten um eine Kerze. Wirklich überleben tut keine, will heißen, keine einzige Geschichte sticht heraus, zeichnet sich aus, bleibt besonders haften.

Als die Identitätsfindung eines jungen Mannes, als das die Geschichte immer wieder verkauft wird kann man es meiner Meinung nach nicht bezeichnen. Zwar wird die Geschichte als Entwicklungsroman aufgezogen, der Hauptcharakter erlebt allerhand von dem man denken könnte, dass es jemanden prägt, sich kennen lernen lässt, allerdings ist der Charakter der M. S. Fogg trotz allem unendlich blass und man könnte ihn ohne weiteres mit einem seiner Vorfahren austauschen, es wäre egal (teilweise wiederholen sich Szenen sogar fast deckungsgleich!).

Und die Tatsache dass Auster zum Teil genau das macht, was M.S. Fogg an einem Manuskript im Roman kritisiert halte ich für unkomische Ironie, Zufälle soweit das Auge reicht und am Ende des Romans reicht es einem dann echt.
Laaaangweilig
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Wer weiß, vielleicht bin ich einfach vorbelastet weil wir uns dieses Buch für die Schule kaufen MUSSTEN.
Nun bin ich auch kein professioneller Rezensent, aber generell kann ich sicherlich sagen, dass das Buch absolut langweilig ist.
Handlung und Personen sind ungefähr so interessant wie Kühen beim Grasen zu zuschauen. Völlig abstruse Story, die nicht im Geringsten
i r g e n d w a n n den Leser in seinen Bann zieht. Als Bettlektüre ideal.
Denn mehr als 1 Seite schafft man eh nicht ohne einzuschlafen
Toller Beginn, lässt leider zum Ende hin nach
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Ich bin ganz schön hin- und hergerissen, was dieses Buch betrifft.
Am Anfang bis etwa zur Mitte des Buches war ich sehr begeistert - mir hat v. a. der Schreibstil sehr gut gefallen. Paul Auster schreibt etwas durchgeknallt und lustig, dabei aber sehr klug und durchdacht. Die Hauptfigur ist sehr sympathisch, die Geschichte interessant. Dann aber plötzlich verändert sich der ganze Stil des Buches. Es kommen seitenlange Beschreibungen irgendwelcher Geschichten und Legenden, die einer dem anderen erzählt oder vorliest und spätestens beim 3. Mal ist das einfach nur noch langweilig. Diese Geschichten in der Geschichte haben überhaupt nichts mehr mit der eigentlichen Handlung zu tun, und ich frage mich wirklich, warum der Autor den 2. Teil seines Buches fast ausschließlich darauf beschränkt. Inhaltlich passiert eigentlich nichts mehr.
Ich habe das Buch trotzdem zu Ende gelesen, war insgesamt aber dann doch enttäuscht, dass Auster seinen tollen Stil vom Anfang nicht durchgehalten hat. Ich denke aber, ich werde auf jeden Fall noch ein 2. Buch von ihm lesen.
Moon Palace
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Mond über Manhattan ist ein geniales Buch! Es ist der zweite Auster, den ich lese und ich bin absolut begeistert (um Welten besser als Brooklyn Revue). Habe das Buch bei meinem New York Urlaub gelesen und hätte keine besseres Buch zu diesem Zeitpunkt wählen können. Ich habe den Central Park mit völlig anderen Augen gesehen und förmlich nach Fogg Ausschau gehalten. Habe mich auch bei vielen Obdachlosen nach deren Geschichte gefragt. Natürlich musste ich auch der White Horse Taverne einen Besuch abstatten und war es Zufall oder Schicksal, dass ich in einem angrenzenden Lokal eine Neon-Leucht-Reklame "Moon Palace" entdeckt habe? Sicher hätte Fogg an dieser Situation seine Freude gehabt. Habe mich dabei ertappt, alle umliegenden Häuser danach mit den Augen abzusuchen, ob nicht in einem davon die Bücherkisten-Wohnung von Fogg sein könnte.

Ein tolles Buch, gerade für NY Urlaube zu empfehlen! Ich liebe die detailgetreuen Beschreibungen von dem alten Kauz und die fantasiereich gezeichneten wirren Schicksalswendungen. Habe mit Fogg gelitten durch seine schlimme Obdachlosenphase und seine große Liebe und dem, was hätte sein können.
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Produkt-Bild: Das rote Notizbuch

Das rote Notizbuch von Paul Auster

Taschenbuch von rororo
Preis bei Amazon: EUR 6,95, Angebote ab EUR 3,21

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499230402, Erscheinungsdatum: Oktober 2001, Auflage: 5
Zoom ± Produkt-Bild: Das rote Notizbuch

4 Kundenrezensionen:

Zufall, Schicksal und die richtige Haltung
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Auster hat in diesem Büchlein Begebenheiten aufgezeichnet, die ihm und Menschen seines Umfeldes widerfahren sind und in denen der Zufall auf nahezu unglaubliche Weise lebens- und schicksalsgestaltend gewirkt hat. Die Idee für eine solche Sammlung und auch eine derartige Häufung von Ereignissen dieser Art in einem Leben - dies alles ist wohl typisch für Paul Auster. Typisch für seine warme, offene, klare Art auf das Leben und die Menschen zuzugehen, ohne rosarote Brille Hoffnung vermitteln zu können. Und das alles mit einer schönen und einfachen Sprache - eine Genuß für Herz und Hirn!
Augenblick
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein Notizbuch ist etwas, in dem man Gedanken festhält, Eindrücke, Begegnungen. In ihm schreibt man etwas nieder, das so wichtig ist, dass man es nicht verlieren will, um es später, nach langer Zeit vielleicht, sich noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Und so entreißt Auster seiner Erinnerung eine Handvoll Geschichten und macht daraus ein literarisches Kabinettstück, in dem er die Kapitel so knapp hält, dass sie wie ein Moment aus seinem Leben aufscheinen. Freunde wie Familie tauchen darin auf, der Zufall führt Regie. Es gibt dem Buch nur eines vorzuwerfen: Es ist viel zu kurz. Gerne wären wir zusammen mit Auster länger auf der Reise gewesen.
Typisch Auster eben...
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ja, wer andere Bücher von ihm gelesen hat (und wer hat das nicht, wenn er/sie dieses kleine Taschenbuch zur Hand nimmt?), erkennt viele Elemente seiner Romane oder Geschichten wieder. Statt "Das rote Notizbuch" könnte das Werk auch "Zufall?" heissen, drehen sich doch alle Epsioden um anscheinend wahre Begebenheiten, bei denen der Zufall die entscheidende Rolle spielt. Ich habe mich oft dabei ertappt, mich zu fragen, ob der Ablauf wirklich so war, wie ihn Auster schildert. Aber das ist ja eben die Stärke von ihm: Er erzählt uns Dinge, die allen geschehen könnten (Telefonat für eine fremde Person --- und wie reagieren wir darauf?) und die uns einen Moment innehalten lassen. Vielleicht erkennt man die Bedeutung der Szene auch erst viel später. Auf alle Fälle lässt uns das Buch auch über unser Leben und unsere Gewohnheiten nachdenken!
Sehr schön zu lesen - und - typisch Auster
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ich habe bereits - wie wahrscheinlich die gesamte Zielgruppe dieses Werkes - ein paar Bücher von Auster gelesen, deswegen fällt es mir leicht, eine Verbindung zwischen dem Notizbuch, und dem, was (bzw. wie es) in seinen Romanen geschrieben steht, herzustellen und somit eine absolute Leseempfehlung für alle Auster-Fans geben. Sehr charmant!
Warum - bei aller Verehrung über die Unterhaltsamkeit und Stilfülle des zu Papier gebrachten - die Behauptung aufgestellt wird, dass es sich bei den Geschichten um "wahre Zufälle" handelt verstehe ich nicht wirklich - vielleicht ist es eine Ironie, die Auster sich hier gegenüber seinen Fans augenzwinkernd erlaubt, oder aber der Herr führt tatsächlich ein so abwechslungsreiches Leben. Beide Interpretationen schaden jedoch der Lektüre nicht, sondern vergrößern nur ihren Widerhall.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Mann im Dunkel

Mann im Dunkel von Paul Auster

Gebundene Ausgabe von rowohlt
Preis bei Amazon: EUR 17,90, Angebote ab EUR 5,95

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3498000802, Erscheinungsdatum: Oktober 2008, Auflage: 3
Zoom ± Produkt-Bild: Mann im Dunkel

4 Kundenrezensionen:

Auster schockiert
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Paul Auster liest sich hier zunächst gewohnt spannend und unterhaltsam.
Fraglich ist jedoch, ob die unsagbaren Grausamkeitsschilderungen gegen Ende des Romans tatsächlich notwendig sind. Diese bescherten mir etliche schlaflose Nächte, so dass ich nun- im Nachhinein- das Buch leider niemandem empfehlen möchte. Vielleicht ist aber auch gerade das ein gelungener Kniff: Schlaflos ist der Protagonist- schlaflos wird auch der Leser sein?
Wenn die Schatten sich senken...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
...und in der Lebensbilanz das Ungeklärte, Indifferente und Selbstvorwürfe überwiegen, mag man sich den drängenden Fragen nicht unbedingt stellen und erfindet neue Wirklichkeiten.
So geht es dem 74-jährigen Literaturprofessor August Brill.
Nach einem Unfall ist sein Bein zertrümmert und da er allein ist, nimmt seine Tochter ihn bei sich auf.
Sie ist gerade von ihrem Mann verlassen worden und ist so nicht allein im Haus.
Auch ihre Tochter, Augusts Enkelin, hat Zuflucht im Elternhaus gesucht.
Nach fünfjähriger Beziehung ist ihr Freund unter mysteriösen Bedingungen ums Leben gekommen.

Drei gebrochene Menschen, bei denen jedoch jeder seine eigenen Dämonen zu bekämpfen hat, sowie die Phantasien des alten Mannes sind Gegenstand dieses Romans von Paul Auster.
August Brill liegt schlaflos wach in langen Nächten und erfindet die Geschichte von Brick, einem Mann, der sich eines Tages in einem Erdloch befindet. Er wird von einem Militär für eine Aufgabe rekrutiert, die er nicht erfüllen möchte. Das Amerika, das er kennt, existiert nicht mehr. Stattdessen herrscht ein zermürbender Stellungskrieg, der bereits Millionen von Opfern gekostet hat.
Brick bekommt die Aufgabe, den Verursacher dieses Geschehens zu töten.
Das ist ausgerechnet Brill, denn er hat sich dieses so andere Amerika schließlich ausgedacht...

Eine Selbstmordphantasie also, oder doch weit mehr? Darüber wird der Leser lange im Unklaren gelassen.
Paul Auster switcht zwischen Traumwelt und Realität und doch ist beides so beklemmend deutlich, das man als Leser Mühe hat, sich abzugrenzen und beides voneinander zu unterscheiden.

Knapp zweihundert Seiten dauert dieser Alptraum und die Wirklichkeit des August Brill; zweihundert Seiten, durch die der Leser atemlos jagt!
Das kunstvollste an diesem starken Stück Prosa ist aber, wie sehr er Wirklichkeit und Traum verzahnt, auch mit den Geschicken der weiteren Familienmitglieder.
Hier greift ein erzählerischer Haken in den anderen, auf anrührend-tragische Art und Weise.

Auster erzeugt bei der Lektüre innere Bilder, die man so schnell nicht vergessen kann. "mann im dunkel" verknüpft dabei Traumbilder von unterschiedlichsten Kriegsszenarien mit den Zweifeln und Sehnsüchten, aber auch einem tiefen Verständnis zwischen Großvater und Enkelin. Man entkommt diesem Buch - einmal mit der Lektüre begonnen - einfach nicht. Das ist manchmal nur schwer auszuhalten. Aber dann ist da noch die Sensibilität, mit der er jedes kleinste Detail seiner Geschichte stimmig einfügt, so das man als Leser am Ende berührt, bewegt und schlicht dankbar ist -- für ein großartiges Stück amerikanische Gegenwartsliteratur!
Jede Welt ist die Schöpfung eines Geistes
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein alter gehunfähiger Mann liegt des Nachts in seinem Bett. Er starrt an die dunkle Decke, der Schlaf will einfach nicht kommen. Um nicht von seinen quälenden Erinnerungen überfallen zu werden, erdenkt sich der alte Mann im Dunkel Geschichten. Er wohnt bei seiner Tochter, die nach Jahren der Ehe von ihrem Ehemann verlassen wurde und bei seiner Enkelin, deren Freund auf grausame Art ermordet wurde. Alle drei hadern sie mit ihrem Schicksal und versuchen jeder auf ihre Weise, der Realität zu entfliehen. Die Mutter in ihrer Arbeit an ihrem Buch, die Tochter im exzessiven Anschauen von Filmen und der Großvater in seinen selbst erdachten Geschichten. In eine davon nimmt er uns mit:

Ein junger Mann namens Owen Brick erwacht, in die Uniform eines Soldaten von Rang gekleidet, in einem kreisrunden Loch. Als er daraus gerettet wird, muss er feststellen, dass es das Amerika, das er kannte, nicht mehr gibt. Kein 9/11, kein Krieg im Irak. Dafür aber einen Bürgerkrieg im eigenen Land. Diverse Staaten haben sich abgespalten und werden dafür von dem Präsidenten der Föderalisten, George W. Bush, angegriffen. Brick muss erfahren, dass es seine Aufgabe ist, diesen Krieg zu beenden. Dazu muss er nichts weiter tun, als die Person zu ermorden, die für all das verantwortlich ist und diese Welt erschaffen hat: den alten Mann im Dunkel...

Es ist klar, Paul Auster rechnet in diesem Buch mit der kriegstreiberischen Amtszeit von George W. Bush ab. Er spielt an auf die Unrechtmäßigkeit dieser Regierung und auf die Sinnlosigkeit des Krieges und verleiht so seinen eigenen Zorn Ausdruck. Gleichzeitig spielt er mit den Realitäten und greift so die Idee des Philosophen Giordano Bruno auf, der glaubte, dass das Weltall unendlich ist und so auch die Anzahl der belebten Welten.
Im Buch wechseln sich unsere Realität und die selbst erdachte Parallelwelt ab und lassen mich gebannt an den Seiten hängen. Verlust scheint in diesem Buch das Hauptthema zu sein: Verlust der Gesundheit, Verlust des Ehepartners, des Freundes, der Motivation, mit seinem Leben weiterzumachen. All das wird schnörkellos und mit klaren Worten beschrieben und lässt doch Raum für die Geschichte, engt sie nicht ein.

"Mann im Dunkel". Mein erster Kontakt mit dem Autor Paul Auster. Und sicherlich nicht das letzte Buch, das ich von ihm lesen werde. Eine klare Leseempfehlung!
Paul Auster für Einsteiger
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Paul Austers "Man in the dark" ist zugleich ein typisches und untypisches Paul Auster Buch. Typisch da auch dieses Buch eine Geschichte in der Geschichte enthält, die sich in der Mitte der Erzählung verliert. Untypisch, da die Rahmen-Erzählung ungewöhnlich tagesaktuell und ereignisreich ist.

August Brill ist im Rentenalter angekommen und verbringt aufgrund eines verkrüppelten Beines die meiste Zeit in seinem Zimmer. Seine nächtliche Schlaflosigkeit macht ihn zum Opfer seiner eigenen Erinnerungen an bessere Zeiten. Um diesen schmerzhaften Erinnerungen zu entgehen, denkt er sich Geschichten aus. Eine dieser Fluchtgeschichten bildet die Geschichte innerhalb des Romans: In den USA ist im Jahr 2000 ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Die Person "Brisk" wird aus dem Schlaf heraus in diese Parallelwelt entführt, um als Auftragskiller in die reale Welt zurückzukehren und dort den "Erdenker" der Parallelwelt (= August Brill) zu ermorden. Ein typisches Auster-Scenario.

Zugleich gelingt es August Brill im Fortgang der Nacht zunehmend weniger sich von der Realwelt abzulenken, so dass der zweite Teil des Romans ausschließlich auf seine Lebenserinnerungen fokussiert. So erfährt der Leser in Rückblenden wie es zum Zusammenleben von August Brill, seiner Tochter und seiner Enkelin kommen konnte.

Wie immer bei Auster, fesselt das Buch nicht zuletzt durch seine sprachliche Feinheit.
Ich denke, dass dieses Buch auch besonders geeignet für solche Leser ist, die noch keine sonstigen Werke Paul Austers gelesen haben.
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Die Brooklyn-Revue von Paul Auster

Taschenbuch von rororo
Preis bei Amazon: EUR 9,90, Angebote ab EUR 1,99

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499238144, Erscheinungsdatum: Oktober 2007
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Paul Auster, in Brooklyn ansäßig, scheint seinen Stadtteil und dessen Bewohner über alle Maßen zu lieben. In diesem summenden Biotop -- weit entfernt von der naserümpfenden Hipness Manhattans --, lässt er uns einen Blick durch sein Menschen-Kaleidoskop werfen. Gestrauchelte und Gescheiterte taumeln vorüber, so der düster philosphierende Ex-Literaturstudent und Ex-Taxifahrer Tom Wood, der bei dem schwulen Buchantiquar und Ex-Galeristen Harry Brightman als Aushilfe arbeitet. Die Vorsilbe "Ex" spielt eine gewichtige Rolle in Austers Roman. Versager, Aussteiger, Verlassene, ein jeder lechzt nach Neujustierung und Läuterung. Oder einem gnädigen Ende wie Nathan Glass, Toms krebskranker Onkel und Chronist all dieser liebenswert vermurksten Lebensentwürfe.
Ehe gescheitert, Tochter Rachel entfremdet, Lungenkrebs, Frührente. Nach dieser Knockout-Serie beschloss der Ex-Versicherungsmann aus New Jersey, in seiner früheren Heimat Brooklyn sein freudlos gewordenes Leben zu beenden. Doch so schnell lässt Brooklyn, dieser Dampfdruckkessel aus Zählebigkeit und robustem Humor, seine Pappenheimer nicht entfleuchen. Dem Literaturfreund Nathan schwebt ein Alterswerk vor. Die kuriose Zettelsammlung "Buch der Torheiten" entsteht. Auf Inspirationen muss Nathan nicht lange warten.
Mit welch geschliffener und kultivierter Sprache Paul Auster seinen Brooklyn'schen Reigen über Gott und die Welt, Liebe, Leid und Literatur inszeniert, ist schlicht atemberaubend. Gespickt mit klugen Binnenstories über Kafka und die Puppenbriefe, Wittgenstein, den prügelnden Philosophen, wie auch literarisch-philosophischen Diskursen über Poe, geleitet Erzähler Nathan durch ein wahres Schicksalslabyrinth. Das Wiedersehen mit seinem Neffen Tom nach dessen geplatztem Literaturstudium führt direkt zu Harry Brightman, dessen eigentlicher Name "Dunkel" auf seine unrühmliche Vergangenheit als Bilderfälscher hinweist. Als schließlich die neunjährige Ausreißerin Lucy bei Tom auftaucht, die Tochter seiner verschollenen Schwester Aurora, die christlichen Fundamentalisten in die Hände gefallen ist, wird dem "Buch der Torheiten" ein düsteres Kapitel hinzugefügt.
Austers Sommernachtstraum vom ewigen Idyll endet abrupt in einer Staubwolke, die an einem strahlenden Septembertag des Jahres 2001 Brooklyn verdunkelt. Mit unendlicher Weisheit und Kunstfertigkeit lässt er zahlreiche Nebenflüsse zu einem großen Erzählstrom zusammenfließen, der die Schleifspuren und Schürfwunden des Lebens exakt abbildet. Den letzten Satz seines Helden, "man unterschätze nicht die Macht der Bücher", hat Paul Auster aufs Schönste bestätigt. Sein Werk über das Scheitern als wahren Erkenntnisgewinn, ist ein machtvolles Stück Literatur. --Ravi Unger
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4 Kundenrezensionen:

Sprachliches Glanzstück
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Nathan Glass, geschieden und von seiner Familie und Verwandschaft isoliert, wartet auf seinen Tod und zieht nach Brooklyn, nichtsahnend, dass sein Leben noch weit davon entfernt ist, zu ende zu gehen.
Wie in fast allen Büchern von Paul Auster spielt der Zufall eine große Rolle, der auch in der "Brooklyn-Revue" Nathan mit seinem Neffen und dessen Schwester zusammentreffen lässt. Es entsteht eine ganze Kette mal glücklicher, mal unglücklicher Umstände, die nathan nach und nach zu seiner Familie zurückführen lassen.
Ein sehr herzerwärmendes, amüsantes und auch mit ernsten Untertönen angereichertes Buch über Familie, deren Auseinanderbrechen und schließliches Zusammenfinden. Ganz ganz toll!
Austersche Literatur
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Paul Auster erzählt immer wieder überraschend autorenperspektivische New York Geschichten. Der Leser muß sich zurücknehmen, um nicht sofort nach Brooklyn aufzubrechen.
Spannend und mitreissend
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Paul Auster ist einer meiner Lieblingsautoren. Und gerade dieses Buch hat besonders viel Spaß gemacht. Ich wünschte, ich hätte es langsamer gelesen und werde es mir in nächster Zeit erneut vornehmen.
Eine Geschichte über Freundschaft, Schicksal und Schicksalsschläge, Verwandtschaft und Wahlverwandtschaft, über Menschen, die ihr Leben neu definieren, einfach wunderschön.
Lesen!
Ode an das Leben
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Diese Rezension bezieht sich auf die englischsprachige Originalausgabe The Brooklyn Follies.

"I was looking for a quite place to die. Someone recommended Brooklyn" (3).
Mutlos, desillusioniert und lebensmuede; das ist Nathan Glass, der sechzigjährige Protagonist von Paul Austers neuestem Roman "The Brooklyn Follies". Von seiner Frau geschieden und gerade mal so halbwegs von einem Lungenkrebsleiden genesen, will er nur noch eins: in Ruhe sterben. Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, kehrt er in seine Geburtsstadt Brooklyn zurück. Doch es kommt alles ganz anders.

Im Buchladen des mysteriösen Harry Brightman trifft Nathan seinen Neffen Tom Wood, einst ein vielversprechendes akademisches Nachwuchstalent, heute ein einsamer und erfolgloser Mann anfang der dreißig.

Das Leben dieser beiden gestrandeten Existenzen erhaelt neuen Schwung, als plötzlich Lucy, die Tochter von Toms Schwester und Nathans Nichte Aurora, vor der Tür steht. Das Problem ist nur, dass sie sich weigert zu sprechen. Auf der Suche nach Aurora entdecken alle Beteiligten, dass das Leben zwar auch tragische aber eben vor allem schöne Seiten haben kann.

Klingt alles ein bißchen kitschig, ist es aber nicht, auch wenn es beileibe kein typischer Auster ist. Der amerikanische Autor überrascht seine Leserschaft mit einem Roman, der optimistischer, positiver und warmherziger daherkommt als die meisten seiner früheren Romane. Es scheint fast so, dass ein alternder Auster sich in "The Brooklyn Follies" gerade mit dieser Thematik auseinandersetzt. An manchen Stellen wirkt der Roman geradezu wie ein Loblied auf das Leben auch und gerade jenseits der 60:

"Sex among ageing people can have its embarassments and comical longeurs, but there is also a tenderness to it that often eludes the young. Your breasts might sag, your cock might droop, but your skin is still your skin and when someone you care about reaches out and touches you or holds you in her arms and kisses you on the mouth you can still melt in the same way you did when you thought you would live forever" (275).

Fazit: Eine Ode an das Leben aus der Feder eines der bedeutensten Vertreter der Postmoderne. Sein neuer Roman Man in the Dark, in dem sich Auster wieder von seiner düster-mysteriösen Seite zeigt, ist gerade erschienen und sei an dieser Stellen wärmstens empfohlen.
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Das Buch der Illusionen von Paul Auster

Taschenbuch von rororo
Preis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 0,90

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499235269, Erscheinungsdatum: Oktober 2003, Auflage: 7
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4 Kundenrezensionen:

durchschnittlich, etwas enttäuschend
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Freunde, die meinen Büchergeschmack teilen und auch beispielsweise T.C. Boyle und Murakami mögen, überreden mich ab und an einen Auster zu lesen. Ich halte ihn für Mainstream, das Buch der Illusionen bestätigt das mal wieder.
Einige beschrieben das Buch mit "smart aber mit Längen", ich finds eher unsmart und mit Längen. Störend bei Auster finde ich, das die Erzählperspektive immer ein Literatutprofessor, ein Journalist, ein Schriftsteller sein muss. Ich bin Musiker, also handeln meine Texte von Musikern? Der Plot ist teilweise raffiniert, vor allem aber durchschnittlich erzählt und kommt recht nett daher. Würde beispielsweise Cormac Mc Carthy einen Mann beschreiben, der sich so nahe am Abgrund befindet, würde man seinen Fahne förmlich riechen, man würde Fingernägel kauen und vielleicht mit ihm weinen. Auster kauf ich die Tragik einfach nicht ab, weil ich zu viel Distanz habe.
Ich mochte Austers Filme, mag seine Ideen und seine Themen. Wenn er nur auch richtig gut schreiben könnte!
Die mysteriöse Suche nach dem verschollenen Schauspieler Hector Mann.
4 Punkte 4 von 5 Punkten
"Der Mensch hat nicht nur ein Leben. Er hat viele Leben, eins am anderen, und das ist die Ursache seines Unglücks." Das Anfangszitat von Chateaubriand beschreibt auf treffende Weise "Das Buch der Illusionen" und damit das verzweifelte Leben von seinem Helden Professor Zimmer. Psychisch am Ende, kann er nur noch durch die Arbeit an der Biographie eines Schauspielers weiterleben, mit dessen Leben er sich fortwährend identifiziert. Nach einem tragischen Flugzeugunglück, bei dem sowohl seine Frau als auch seine beiden Söhne ums Leben gekommen sind, zieht er sich immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Mit dem festen Gedanken an einen Selbstmord, gibt er alles auf, was ihm bisher wichtig war: Seine Stelle als Dozent, sein Haus, seine Freunde, seine Gesundheit... Doch mit Erscheinen seines Buches über den Filmschauspieler Hector Mann ändert sich sein Leben schlagartig: Nicht nur er hat sich unaufhörlich mit dem Stummfilmschauspieler beschäftig, auch die rätselhafte Alma hat ein großes Interesse am legendären Hector Mann. Im Gegensatz zu ihm weiß sie jedoch Details aus dessen Leben, die Professor Zimmer in seiner Recherche vollkommen entgangen sind.

Autor Paul Auster beschreibt in "Das Buch der Illusionen" nicht nur die Geschichte des verzweifelten Professor Zimmer. Fast scheint es, als bietet dessen Schicksal nur die Rahmenhandlung zu einem weit bewegenderen Leben, dessen Zeuge der Professor am Anfang voller Widerwillen wird. Doch immer mehr fesselt ihn die wahre Lebensgeschichte des vor Jahrzehnten verschollenen Hector Manns, der seine Schauspielerkarriere aus einem ganz bestimmten Grund abgebrochen hat.

Die Zeitsprünge vom Amerika der Gegenwart in die schnelllebige Zeit zwischen den Weltkriegen erhalten bis zur letzten Seite die Spannung. Der Reiz des von Werner Schmitz übersetzten Romans liegt jedoch an der Gegenüberstellung zweier vollkommen unterschiedlicher Lebenswege und Charaktere: Auf der einen Seite steht der bis zum Tod seiner Familie gradlinige Professor, auf der anderen Seite der Schauspieler, dessen Leben vom gefeierten Filmheld bis zum Verbrecher und Pornodarsteller bewegte Bahnen schlägt. Paul Auster gelingt es auf beeindruckende Weise, die Lebenswege der beiden immer mehr zu verweben, sodass sie bald sogar direkt aufeinander Einfluss üben. Am Ende kann der bewegte Leser nicht mehr sagen, was die einzelnen Personen im Schilde führen. Sicher ist nur, dass zweideutige Absichten die Handlung beherrschen, wobei "Das Buch der Illusionen" seinen Namen wahrlich zu Recht trägt.
intelligent mit Längen
3 Punkte 3 von 5 Punkten
ein Rezent schrieb: ein smartes Buch mit Längen. Das trifft es genau. Guter Erzählstil, der einen dazu bringt, weiterzulesen, wenn die filmwissenschaftlichen Einschübe, die ich für Füllmaterial halte, die Handlung zum Stillstand bringen. Kann man lesen, muss man nicht.
die Lesung ist anstrengend
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Die Stimme des Lesers ist sehr anstrengend zu hören.....so gleichförmig und schnell über den Text huschend. Nicht schön, für ein langes genussvolle Hörerlebnis.

Ich weiß nicht, ob ich es überhaupt zuende hören werde, auch wenn die Geschichte spannend klingt.
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Mr. Vertigo von Paul Auster

Taschenbuch von rororo
Preis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 1,58

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499221527, Erscheinungsdatum: Juni 1997, Auflage: 8
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4 Kundenrezensionen:

Auster Goes Fantasy
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Mehrere Anläufe brauchte ich, um dieses Buch von Auster durchzuarbeiten. Dabei ist es, im Nachhinein gesehen, nun wirklich keine Arbeit. Liegt diese Schwierigkeit meinerseits daran, daß Auster in diesem Buch sehr den Realitätsbereich verläßt? Gewiß, die Inhalte seiner Bücher sind immer sehr von Fantasie geprägt: der Zufall, der die Begegnungen zustandekommen läßt, wird doch oft im eigenem Leben nicht so strapaziert. Jedoch trifft dieser immer auf Personen, die im Leben stehen, die agieren, wie mann es sich selbst vorstellen, es nachvollziehen kann. Mr. Vertigo hingegen verstößt schon vom Thema offensichtlich gegen reale Geschehnisse. Meine Schwierigkeit? Nun, damit der Nutzer dieser Rezension es einordnen: ich bin kein Fantasy-Leser, kann Harry Potter, sogar Tolkien nichts abgewinnen.
Nun aber zum Buch:
Walter wird vom Meister aus seinen Verhältnissen gerissen, er hat sich schon mit 9 Jahren in einem kleinkriminellen Milieu eingerichtet, möchte es nicht verlassen, aber sein Pflegeeltern lassen ihn gern ziehen, vermutlich gegen ein geringes Entgelt.
Der Meister nimmt Walter mit auf seine Farm. Dort muß er eintönige Übungen über sich ergeben lassen, zudem mit Mutter Sioux und vor allem dem Schwarzen Aesop zusammenleben. Nur schwer überwindet der Junge seinen Rassismus.
Der Plan des Meisters gelingt, es kommt jedoch zu einigen schweren Opfern. Walter macht seinen Weg, zunächst als Partner des Meisters, dann jedoch muß er auf eigenen Füssen stehen.....
the american dream...
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Man muss sich schon erst in Mr. Vertigo hineinlesen, doch ist man erstmal in Austers fantasievollen, abgedrehten und skurilen Geschichte angekommen, dann stellt sich das Lesevergnügen größtenteils ein. Größtenteils, weil es meiner Ansicht nach ein paar überflüssige und langatmige Squenzen gibt, die auch für den weiteren Verlauf der Geschichte eher Stolpersteien darstellen. Trotz allem ist "Mr. Vertigo" ein sehr gut erzählter Roman, der den persönlichen "American Dream" des Waisenjungen Walter C. Rawley detailliert darstellt. Aus Sicht des Jungen werden seine teils traurigen, erschreckenden aber auch die humorvollen und positiven Erlebnisse erzählt, die sich größtenteils um seine antrainierten Fähigkeiten, aber auch um das Drum-Herum zentrieren. Mr. Vertigo ist schon etwas abgedreht, doch insgesamt muss man wirklich sagen, das das Buch einfach einen Reiz auslöst, dem man gehorchen muss: Weiterlesen.
Ein großes Buch, spannend und schlau
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Keine Frage: Paul Auster ist einer der großen Autoren seiner Zeit. Ich habe fast alle seiner Büchergelesen, doch erst jetzt kam ich zu Mr. Vertigo und war überrascht: Dieses Buch ist wesentlich leichtfüßiger als seine andere Bücher. Auster zeigt hier seine fantasievollste Seite und erzählt die Geschichte seines Heldens, die wahr und wirklich wirkt, obwohl er mit einer Menge Parabeln und Anspielungen arbeitet. Die Geschichte reißt mit, ist spannend, aufreibend und das Ende ist einfach nur wunderschön. Eine echte Bereicherung im Bücherregal (Obwohl: Bisher stand es selten dort,weil ich es ständig verleihe und immer wieder mit den gleichen Strahlen zurück erhalte).
GENIAL !!! Toller Schreibstil, tolle Geschichte
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Mein erstes Paul Auster Buch !
(man hatte es mir geliehen)

Ich habe noch nie so ein verrücktes und tolles Buch gelesen.
Ab jetzt, bin ich ein absoluter P.A. Fan und freue mich jetzt schon auf alle anderen Bücher von ihm...

Der Schreibstil ist herrlich beschreibend und liest sich ganz einfach.

Ich muss noch erwähnen, dass ich eine "schwierige Leserin" bin, denn ich langweile mich schnell.

Viel Vergnügen !
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Die Musik des Zufalls von Paul Auster

Taschenbuch von rororo
Preis bei Amazon: EUR 8,95, Angebote ab EUR 0,98

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499133733, Erscheinungsdatum: Dezember 1993, Auflage: 15
Zoom ± Produkt-Bild: Die Musik des Zufalls

4 Kundenrezensionen:

Konfliktfeld Leben
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Plötzlich scheint Jim Nashe die Welt offen zu stehen - scheint sich sein Leben von der versöhnlichen Seite zu zeigen - bekommt der 33jährige Feuerwehrmann, dessen Ehefrau davongelaufen ist und dessen Tochter bei Verwandten lebt, doch noch die Chance seines Lebens - 200.000 Dollar Erbe warten darauf, Nashe aus den Zwängen seiner eingerichteten Welt zu befreien, ihn hinaus in das Abenteuer seines Lebens zu führen.... - er steigt in sein geliebtes Auto und ist weg, unterwegs durch die USA.

Wer nun die Vorlage für ein "Roadmovie" erwartet, wird nur zum Teil fündig werden - Paul Auster legt viel mehr Wert auf die inneren Dialoge seiner Hauptfigur, welche die Welt um sich herum, schwankend zwischen Optimismus und Pessimismus betrachtet und immer dann bestraft wird, wenn er seine Skepsis überwindet...

Die Erbschaft befreit Jim nicht, das Geld macht in eher noch abhängiger, die neu gewonnene Freiheit hat ihren Preis - wie hoch dieser ist, erfährt Nashe nach Bekanntschaft des Herumtreibers Jack "Jackpot" Pozzi auf schmerzhafte Art und Weise - dabei schien diese Begegnung unter einem guten Stern zu stehen, hätte der jüngere Jack das von Jim investierte Geld in eine Partie Poker doch vermehren können - hätte, denn die Gegenspieler (exzentrische Millionäre) erweisen sich als harte Nüsse und sowohl Nashe wie auch Pozzi staunen nicht schlecht, als ihnen die Konsequenzen ihrer Gier und Unvernunft gewahr werden...

Die Handlung hatte durchaus ihre Längen, aus dem Grund habe ich letztlich auch einen Stern einbehalten, wer diese bremsenden Phasen jedoch "übersteht" und dem Drang, das Buch vorzeitig aus der Hand zu legen, wiedersteht, wird mit einem Ende belohnt, welches fast schon experimentellen Charakter hat, die letzte Seite wird den Leser nämlich weit über das letzte Wort hinaus beschäftigen.
Paul Auster - Die Musik des Zufalls
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Da hätte ich mehr erwartet.
Der sonst von mir wegen seiner Fabulierkunst geschätzte Autor entwickelt Personen und Handlungsstränge und lässt sie dannn abrupt enden. Da bleiben für mich eine Menge Fragen offen. Ich empfand, bei aller Verehrung für Paul Auster, das Buch deshalb als unbefriedigend.
Was will uns der Autor damit sagen?
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Das war früher die Standardfrage aller Deutschlehrer zur Interpretation einer Erzählung. Sehr oft kam mir diese Frage wieder in den Sinn bei der Lektüre dieses Buches. Nach etlichen Büchern der U-Literatur wollte ich mir wieder etwas anspruchsvolleres gönnen und hatte dieses Buch ins Auge gefasst, wohl wegen dem schönen Titel oder auch weil ich vor Jahren das Buch von Arthur Koestler "Die Wurzeln des Zufalls" gelesen habe und dachte, dieses Buch steuert jetzt die Melodie dazu bei. Ich habe aber leider weder eine Melodie, noch Musik oder schwerlich einen Sinn in der Erzählung entdecken können, trotz Überlegungen hierzu, aber irgendwann habe ich diese auch eingestellt, weil ich seit der Schulzeit nicht lese, um Interpretationen zu verfassen, sondern eher aus eigennützigen Motiven. Deshalb investiere ich auch nicht mehr Energie und Zeit in ein Buch, als für die reine Lektüre selbst.

So ziel-, plan- und sinnlos wie die Geschichte selbst, fährt der Hauptakteur Jim Nashe ein Jahr lang kreuz und quer durch Amerika und ist eigentlich nur auf dem Wege seine Erbschaft zu verprassen. Der Hintergrund der Geschichte läßt natürlich viel Raum und Möglichkeiten, um weitere Personen in die Handlung einzuflechten, so wie ein im Wind flatterndes Klebeband die Fliegen einsammelt, die wie zufällig seinen Weg kreuzen. Aus dem Zusammentreffen der verschiedensten Charakteren bezieht Auster bisweilen die Ideen für die weitere Entwicklung der Geschichte. Einige scheinen in einer Sackgasse zu enden, während andere sich zu einer wichtigen Rolle entwickeln. Auf seinen Fahrten lernt Nashe so weitere Typen seines Kalibers kennen, zum Teil skurrile Charakter, die wie er keiner ordentlichen Arbeit nachgehen oder einem geregelten Tagesablauf folgen, meistens gestrandete Existenzen am Rande der Gesellschaft, unabhängig davon wie dick ihr Bankkonto gefüllt ist. Menschen, die sich im Leben treiben lassen und kein richtiges Ziel vor Augen haben. So gesehen, ist es nur verständlich, dass sich Nashe mit einem zufälligen Freund auch darauf einläßt, eine große Mauer sinnlos in die Landschaft zu bauen.

Völlig enttäuschend ist der Schluss. Bei jedem anderen Autor wäre ich über das überraschende und abrupte Ende mehr als verärgert gewesen, wegen der offensichtlichen Fantasielosigkeit, die Geschichte zu einem stimmigen, befriedigenden und passenden Ende zu führen. Was z.B. bei Boynes "Der Junge im gestreiften Pyjama" noch Mittel zum Zweck war, durch den großen Schock am Ende auf die Greueltaten der NS-Zeit effektiv hinzuweisen, läßt einen hier nur irritiert zurück. Aber ich habe mich wieder gefragt, was will uns Auster damit sagen? Steckt dahinter wirklich eine Aussage, ein Denkanstoss, eine Absicht, der erzählerische Genius oder hatte er wirklich keine Idee mehr die Geschichte zu einem verständlichen Ende zu führen?
Oder will er uns damit sagen, um einen Bezug zum Titel herzustellen, dass der Mensch machen kann was er will, dass er auch durch rationales Verhalten und Instinkte nur vordergründig selbst entscheiden kann, im Hintergrund aber alles entscheidend der Dämon Zufall das Leben nachhaltig bestimmt? Ich weiß es nicht und will auch nicht mehr weiter darüber nachdenken müssen, macht es Sinn über Sinnlosigkeiten zu grübeln?
Anregungen zum Denken gibt er uns ja zur Genüge, der Herr Auster, das und die lockere und leichte Schreibweise, die das Lesen zur Entspannung und Erholung macht, sind das einzig Positive an diesem Buch.

Deswegen kann ich auch nicht sagen, ob ich das Buch nun wirklich schlecht oder gut finden soll, es ist leicht lesbar und unterhält, baut aber absolut keine Spannung auf oder weckt ein Interesse wie die Geschichte weitergeht, es ist wie der Klatsch und Tratsch an Nachbars Gartenzaun, unterhaltend aber nicht sonderlich anregend. Man liest zwar weiter, aber genauso leicht legt man das Buch auch zur Seite und kramt es erst später wieder hervor, wenn nach dem Wort zum Sonntag das Fernsehen noch spannungsloser und nichtssagender wird, als diese Geschichte.

Wie soll man dieses Buch beurteilen? Ist es gehobene, anspruchsvolle Literatur, weil die Erzählungen Unverständnis, Zweifel und Fragen hervorrufen, oder handelt Auster doch nach der Devise "Lesen ist Silber, Schreiben ist Gold" und bringt solche Erzählungen zu Papier..? Ich entscheide mich für letzteres, zu banal und sinnlos war mir die Erzählung und zu enttäuschend und unbefriedigend das Ende.
Ich werde noch andere Bücher von Auster lesen, da mir sein Schreibstil gefällt, aber dieses Buch werde ich nicht noch einmal lesen. Ab damit in den Gebrauchtbuchverkauf oder in die Geburtstagsgeschenketruhe.
Um alles oder nichts
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wer Paul Auster als Leser verfallen will, sollte Die Musik des Zufalls lesen. Dieser Autor, bei dem man nie weiß, ob sein nächstes Buch einen verärgert oder mit magischer Prosa verwöhnt, zeigt hier all seine Stärken. Am Ende eines Tunnels bilden sich die vom Schicksal Gebeutelten ein, ein Licht zu sehen. Die Pessimisten unter uns erkennen darin einen nahenden Zug. Jim Nashe verliert Frau und Kind, der Vater stirbt und dann erbt er doch glatt zweihunderttausend Dollar. Licht oder Zug? Als guter Amerikaner macht er sich auf die Reise, erlebt ein Road Movie und lernt Menschen kennen, denen er in der Ehe mit seiner Frau nie begegnet wäre. Und dann driftet mit Jack Pozzi die Geschichte wie häufig bei Auster ins real Surreale ab, und eine Mauer spielt eine entscheidende Rolle im Leben der beiden.

Das clownesk Absurde seines Pozzi erinnert an eine wunderbar ähnliche lautende Figur aus Samuel Beckett Stück Warten auf Godot: Pozzo. Zufall oder beabsichtigt? Eine betörend leichte Geschichte, bei der zwei Menschen glauben, nichts zu verlieren zu haben, und doch auf der Suche nach sich selbst sind. So entscheidet der Zufall über das Licht oder den Zug im Tunnel, aber weil Auster dies zu banal ist, schreibt einen verschrobenen, verrückten Roman darüber.
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