|
| |
|
Mitten in Amerika: Roman von Annie ProulxTaschenbuch von btb VerlagPreis bei Amazon: EUR 10,00, Angebote ab EUR 3,10 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442732697, Erscheinungsdatum: Dezember 2004 |
Aus der Amazon.de-RedaktionDas "Panhandle", das Grenzgebiet zwischen Oklahoma und Texas, ist keine besonders anziehende Region. Das trockene, kaum fruchtbare, spärlich bewachsene Grasland taugt gerade einmal für eine mühevolle Rinderzucht. Es wundert wenig, dass dies der allerletzte Flecken des Wilden Westens war, auf dem sich seinerzeit Siedler niederließen, und es wundert noch weniger, dass die Menschen, die heute dort leben und auf riesigen Ranches hart für ihren Broterwerb arbeiten, ein ganz besonderes Verhältnis zu ihrem Land haben und, nun ja, auf eine ganz spezielle Art etwas kauzig sind. In diese gottverlassene Gegend, in der schon die Polizei angerufen wird, wenn ein Auto mit dem Nummernschild eines fremden Bundesstaates, ein Jogger oder ein Mensch mit dunkler Hautfarbe gesichtet werden, verschlägt es einen jungen Mann mit dem schönen Namen Bob Dollar. Bob stammt aus Denver und ließ sich bislang mehr oder weniger willen- und ideenlos durch sein Leben treiben. Sein aktueller Job nun bringt ihn hierher: Er soll im Auftrag eines Schweinemastkonzerns inkognito im Panhandle Land aufkaufen. Er beginnt sich umzuhören und lernt dieses Land und seine eigenwilligen Bewohner zu begreifen -- und ihm wird klar, dass die großen Schweinefarmen, von denen er ja eine vertritt, am gegenwärtigen Niedergang dieser Region nicht unschuldig sind. Dieser große Roman von Annie Proulx, der preisgekrönten Autorin von Schiffsmeldungen und Das grüne Akkordeon, ist ein modernes Märchen, dessen Plot sehr an den herrlichen englischen Film Local Hero erinnert. Das Buch führt uns mitten hinein in die archaische Welt der amerikanischen Prärie, die wir so kaum kennen und in der Internet, Mikrowellenherde und Mobiltelefone zwar existieren, aber wie Fremdkörper aus zukünftigen Welten wirken. Die eigentliche Geschichte, die Proulx erzählt, ist dabei fast zweitrangig; viel fesselnder, begeisternder und im Grunde auch interessanter sind ihre Schilderungen von Nebenfiguren, Familiengeschichten und Randanekdoten, die für die Handlung kaum von Bedeutung sind, aber die eigentliche Essenz des Buches ausmachen. Diese scharfsinnigen und fein-ironischen Abschweifungen fügen sich zu einem außergewöhnlichen Mosaik des amerikanischen Herzlands der Gegenwart und machen Mitten in Amerika zu einem ganz großen Wurf. --Christoph Nettersheim 5 Kundenrezensionen:Schräge Vögel, weites Land 5 von 5 PunktenSCHRÄGE VÖGEL WEITES LAND (THOMAS REUTER) Der Schauplatz des vorliegenden Buches ist der Panhandle von Oklahoma und Texas. Das Land ist weit und Dallas fern. Bob Dollar - ein sprechender Name, aber er macht ihm keine Ehre - kommt als Unterhändler von Global Pork Rind in diese merkwürdige Zwischenwelt und versucht undercover den ortsansässigen Farmern ihr Land abzuschwatzen, auf dem dann Schweinemast betrieben werden soll. Die Schweinemast steht in dieser Gegend für das Böse an sich. Sie verkörpert alles, was die Zivilisation an Schlechtem mit sich gebracht hat: die Abfertigung, die Masse, die Industrialisierung, die Gleichheit, den Abfall und Gestank, das Kapital, die Fremdherrschaft. Hingegen die ortsansässigen Farmer. Sie alle sind Unikate, einmalige Gestalten untrennbar mit dem Land und seiner Geschichte verwachsen. Wenn sie auch alle irgendwann irgendwo herkamen, so sind sie doch im Panhandle erst zu sich selbst gekommen: als Käuze, Eigenbrödler und schräge Vögel. Mitunter sind es groteske Gestalten, aber sie sind absolut echt. Auch unserem Bob Dollar wird es zum Ende so ergehen. Er ist aus der Ferne gekommen - er wird am Ende bleiben. Und mit dieser unwirtlichsten der amerikanischen Welten zu einem neuen Einzelgänger verwachsen. Trotz aller Ironie und Distanzierung steckt offenbar doch eine Botschaft in Annie Proulx' Erzählung: Sie trägt eine mit Leichtigkeit und Humor dargebotene Zivilisationskritik vor und wendet sich gegen die zunehmende Mechanisierung dem Einzelnen zu. Wenn es dem Farmer Ace Crouch am Ende des Romans gelingt, alles Land der Gegend aufzukaufen und die Mastbetriebe zu vertreiben, die Zäune einzureißen und wieder Bison Büffel anzusiedeln auf dass das Büffelgras wieder die staubige Prärie bewachse, dann kommt dem natürlich etwas "Märchenhaftes" zu, wie mein Coreferent Ludwig Witzani unten schreibt. Aber es hat auch etwas zutiefst Humanes und es hat Charme. Für Proulx lieg die Zukunft im Abseitigen und Eigenen. Ihr Held ist Ace Crouch, der sicher, ruhig und zielstrebig für sich selber und damit für alle anderen handelt. Sein Eigensinn ist ein Kraftwerk, aus dem sich die Zukunft speist. Da sie auf jede Öko-Ideologie und dumpfe Meinungsmache verzichtet, kommt Proulx' Weisheit leichtfüßig und unbeschwert daher. Es ist in vielfachem Sinne ein sehr amerikanischer Roman, insofern er die frontier, die ewige Grenze zum Thema macht. Früher verlief die Grenze zwischen Zivilisation und Wildnis, und Proulx versäumt nicht die Gelegenheit, die Eroberung des Westens bzw. des Panhandels in ihre Erzählung einzubinden. Von den Indianerkämpfen über den Bau der ersten Bahntrassen bis zur Ankunft der Farmer und ihres Abzugs aus dem Dust Bowl in den Hungerjahren der Depression wird dem Leser ein komplettes Bild dieser transitorischen Welt vermittelt. Und im Proulxschen Sinne liegt die Prärie Nordamerikas immer noch - oder besser wieder - auf der frontier. Dieses Mal handelt es sich jedoch um eine Rückeroberung, eine Reconquista, in der die Wildnis sich die Zivilisation zurückerobert. Es ist ein zauberhaftes Gedanke und ein zauberhaftes Buch. Es wäre verkehrt, eine mit solchem Charme vorgetragene Zivilisationskritik mit dem ideologischen Vorschlaghammer plattzuschlagen. Wenn man sich für die großen Weiten des amerikanischen Westens interessiert, sollte man das Buch unbedingt gelesen haben - und Proulx' Sprache ist immer ein Genuss. DIE KÄUZE VOM PANHANDLE HASSEN DIE SCHWEINEMAST (LUDWIG WITZANI) Amerika, du hast es besser. Im Herzen dieses weiten Landes ist die Luft noch rein, die Menschen sind anständig und die öffentlichen Lustbarkeiten von moralischer Sauberkeit durchtränkt. Annie Prouxl Roman "Mitten in Amerika" führt den Leser in eine solche Landschaft, doch was es dort in der fiktiven Gemeinde Wooleybucket zu erleben gibt, hat mit dem Stereotypen vom edlen Landleben wenig zu tun. Im Panhandle, dem Grenzgebiet von Texas und Oklahoma hat sich die Schweinemast breit gemacht, eine widernatürliche Nahrungsindustrie, die das Leben von Tieren und Menschen zerstört. "Die Haut von Fabrikschweinen ist so dünn, dass man durchschauen kann. Wenn man sie auf den Viehtransport laden will, bluten sie schon bei der geringsten Berührung. Und manche von ihnen sind so übergewichtig, dass ihre Beine unter ihnen wie Zündhölzer wegknicken. Die Ferkel zucken mit dem Kopf als hätten sie den Veitstanz und scheuern sich am Maschendraht blutig."(S. 468) Noch gibt es erst vereinzelte Schweinefabriken im Panhandle, doch wehe dem, der eine Farm in der Nähe einer solchen Mast besitzt. "Der Wind hatte sich gedreht und trug eine volle Ladung Schweinefarmluft heran, einen überwältigenden fauligen Gestank wie von zehntausend stinkenden Socken, verwesendem Fleisch, abgestandenem Urin und fauligem Sumpfgras, von saurem Erbrochenem und von Jauche, einen so ungeheuerlichen, greifbaren Gestank, das Bob würgen musste."(S. 198f) . Besagter Bob, der hier würgen muss, ist die Hauptfigur des vorliegenden Romans, eine ambivalente Gestalt, dessen Auftrag darin besteht, als verdeckter Grundstücksaufkäufer im Dienste seines Arbeitgebers Global Pork Rind das Elend des Pandhandle noch zu vergrößern. Im Old Dog Cafe von Wooleybucket macht er sich undercover mit der Geschichte des Panhandle bekannt, er lauscht den Erzählungen von Tornados, Katastrophen, Liebeshändeln und der Not der großen Depression. Er begegnet dabei dem kauzigen Personal von Wooleybucket, das trotz aller Mühen das Land einfach nicht verkaufen will. Ihre Biographien, aufgespalten und in immer wechselnden Kontexten neu erzählt, bilden den kunterbunt und üppig gestalteten eigentlichen Schwerpunkt des Romans, Aber handelt es sich auch um einen großen Roman? Wer die Dichte von "Brokeback Mountain" erwartet, wird von dem vorliegenden 500Seiten Werk enttäuscht sein. Wie schon in "Schiffsmeldungen" und "Das grüne Akkordeon" kommen manche Dialoge und Beschreibungen ein wenig langatmig daher. Die Stärke des Buches liegt eher im Anschaulichen, in einer geradezu mitreißenden Erfindungsgabe was die Skizzierung von Personen, Situationen und Landschaften betrifft. Dass diese Käuze vom Panhandle über den ganzen Roman hinweg immer wieder aufs Neue auftauchen und verschwinden, verwandelt das Buch fast in eine texanische Saga, und wer will darüber mosern, dass das Ende dieser Saga ein wenig märchenhaft klingt? Denn zum Schluss, so viel sei verraten, wird das Panhandle vor dem Zugriff der Schweinemastkonzerne gerettet, und der gescheiterte Bob Dollar verliert zwar seinen Job, gewinnt aber eine neue Heimat und neue Freunde "mitten in Amerika". Und wenn sie nicht gestorben sind, dann belauschen sie noch heute das wieder erwachsende Büffelgras des am Stadtrand von Wooleybucket Originell und witzig 5 von 5 PunktenIn "Mitten in Amerika" entführt uns die Autorin, Anni Proulx, in die Prärie, in der sich die Einwohner noch an die goldenen Zeiten des "Wilden Westens" erinnern können und den nun kargen Boden gegen unerwünschte Einflüsse von Außen verteidigen. Und genau hier im Panhandle-Gebiet soll der junge, naive Bob Dollar sich als Scout für Schweinemastbetriebe beweisen. Unauffällig soll er das Vertrauen der Bürger von Woolybucket gewinnen und sie überzeugen, ihr Land zu verkaufen. Tatsächlich schließen die Bewohner der Kleinstadt den Neuen recht schnell in ihre rauen Herzen und Dollar kann bald ein ganzes Buch voller absurder Geschichten schreiben und skurrile Figuren skizzieren. Allerdings sind seine Arbeitgeber über seinen Bericht weniger erfreut und fordern konkrete Ergebnisse. Bob Dollar erfährt jedoch bald, dass Schweinemastbetriebe nicht sehr beliebt sind und wird etwas misstrauisch, als seine Bitte um mehr Insiderinformationen von Seiten seines Bosses so rüde abgewiesen wird. Erst als eine Konkurrentin aus den eigenen Reihen sein Feld betritt, nimmt sein Vorhaben eine neue Dringlichkeit an. Der schöne weibliche Scout liegt aber bald darauf mit einer Kopfschusswunde im Krankenhaus und Bob sucht herauszufinden, warum der trockene Boden für die meisten Präriebewohner noch so voller Leben steckt. Wenn man überhaupt von einer Handlung sprechen kann, plätschert diese genau so ruhig und scheinbar planlos dahin, und passt sich so ihrem unentschlossenen Helden an. Der Charme des Romans liegt in den ungewöhnlichen Figuren und den witzigen Beschreibungen und Dialogen begründet. Wer sich Zeit lässt und sich an den Rhythmus der Erzählung gewöhnt, wird wohl das eine oder andere Mal herzlich lachen können und sich nicht an dem Mangel an Spannung stören. Denn dieser Roman ist etwas Besonderes, weil er den kleinen Bürgern ohne großen Aufwand zu betreiben eine gewichtige Stimme gibt. Weites Land, schräge Vögel 5 von 5 Punkten"Mitten in Amerika" heißt der Roman von Annie Proulx und könnte doch genauso gut 'Mitten im nirgends' oder 'Am Ende der Welt' heißen, denn wir sind im Annie Proulx - Country: Die Einsamkeit, die Weite und die Leere, das sind die Gegenden, die diese vielleicht amerikanischste aller Schriftstellerinnen anziehen. Oder aber die Unendlichkeit der Rocky Mountains, in denen der Mensch winzig und die Welt groß ist. Zugleich sind dies aber die Orte, in denen der Mensch zu sich selbst kommt: Jeder einzelne ein Unikat, ein absolut einmaliges Individuum, schrullig und seltsam, ein Mysterium. Der Kunst von Annie Proulx ist deshalb etwas zutiefst Menschliches eigen. Sie liebt die Charaktere, die sie schafft und beschreibt sie mit aller Fürsorge, ja fast Zärtlichkeit. Zugleich schwingt jedoch ein wunderbarer ironischer, zu Zeiten spöttelnder Unterton mit, der uns zeigt, man müsse auch nicht alles so ernst nehmen. Die Ironie schafft Distanz und fungiert hier wie auch sonst als Lebensbewältigungsstrategie. Der Schauplatz des Proulxschen anthropologischen Museums ist diesmal der Panhandle von Oklahoma und Texas. Das Land ist weit und Dallas fern. Bob Dollar - ein sprechender Name, aber er macht ihm keine Ehre - kommt als Unterhändler von Global Pork Rind in diese merkwürdige Zwischenwelt und versucht undercover den ortsansässigen Farmern ihr Land abzuschwatzen, auf dem dann Schweinemast betrieben werden soll. Die Schweinemast steht in dieser Gegend für das Böse an sich. Sie verkörpert alles, was die Zivilisation an Schlechtem mit sich gebracht hat: die Abfertigung, die Masse, die Industrialisierung, die Gleichheit, den Abfall und Gestank, das Kapital, die Fremdherrschaft. Hingegen die ortsansässigen Farmer. Sie alle sind Unikate, einmalige Gestalten untrennbar mit dem Land und seiner Geschichte verwachsen. Wenn sie auch alle irgendwann irgendwo herkamen, so sind sie doch im Panhandle erst zu sich selbst gekommen: als Käuze, Eigenbrödler und schräge Vögel. Mitunter sind es groteske Gestalten, aber sie sind absolut echt. Auch unserem Bob Dollar wird es zum Ende so ergehen. Er ist aus der Ferne gekommen - er wird am Ende bleiben. Und mit dieser unwirtlichsten der amerikanischen Welten zu einem neuen Einzelgänger verwachsen. Trotz aller Ironie und Distanzierung steckt offenbar doch eine Botschaft in Annie Proulx' Erzählung: Sie trägt eine mit Leichtigkeit und Humor dargebotene Zivilisationskritik vor und wendet sich gegen die zunehmende Mechanisierung dem Einzelnen zu. Wenn es dem Farmer Ace Crouch am Ende des Romans gelingt, alles Land der Gegend aufzukaufen und die Mastbetriebe zu vertreiben, die Zäune einzureißen und wieder Bison Büffel anzusiedeln auf dass das Büffelgras wieder die staubige Prärie bewachse, dann kommt dem natürlich etwas "Märchenhaftes" zu, wie mein Vorgänger Ludwig Witzani hier schreibt. Aber es hat auch etwas zutiefst Humanes und es hat Charme. Für Proulx lieg die Zukunft im Abseitigen und Eigenen. Ihr Held ist Ace Crouch, der sicher, ruhig und zielstrebig für sich selber und damit für alle anderen handelt. Sein Eigensinn ist ein Kraftwerk, aus dem sich die Zukunft speist. Da sie auf jede Öko-Ideologie und dumpfe Meinungsmache verzichtet, kommt Proulx' Weisheit leichtfüßig und unbeschwert daher. Es ist in vielfachem Sinne ein sehr amerikanischer Roman, insofern er die frontier, die ewige Grenze, die dem amerikanischen Bewusstsein so tief eingebrannt ist, zum Thema macht. Früher verlief die Grenze zwischen Zivilisation und Wildnis, und Proulx versäumt nicht die Gelegenheit, die Eroberung des Westens bzw. des Panhandels in ihre Erzählung einzubinden. Von den Indianerkämpfen über den Bau der ersten Bahntrassen bis zur Ankunft der Farmer und ihres Abzugs aus dem Dust Bowl in den Hungerjahren der Depression wird dem Leser ein komplettes Bild dieser transitorischen Welt vermittelt. Und im Proulxschen Sinne liegt die Prärie Nordamerikas immer noch - oder besser wieder - auf der frontier. Dieses Mal handelt es sich jedoch um eine Rückeroberung, eine Reconquista, in der die Wildnis sich die Zivilisation zurückerobert. Es ist ein zauberhaftes Gedanke und ein zauberhaftes Buch. Es wäre verkehrt, eine mit solchem Charme vorgetragene Zivilisationskritik mit dem ideologischen Vorschlaghammer plattzuschlagen. Wenn man sich für die großen Weiten des amerikanischen Westens interessiert, sollte man das Buch unbedingt gelesen haben - und Proulx' Sprache ist immer ein Genuss. Thomas Reuter Die Käuze vom Panhandle hassen die Schweinemast 4 von 5 PunktenAmerika, du hast es besser. Im Herzen dieses weiten Landes ist die Luft noch rein, die Menschen sind anständig und die öffentlichen Lustbarkeiten von moralischer Sauberkeit durchtränkt. Annie Prouxl Roman "Mitten in Amerika" führt den Leser in eine solche Landschaft, doch was es dort in der fiktiven Gemeinde Wooleybucket zu erleben gibt, hat mit dem Stereotypen vom edlen Landleben wenig zu tun. Im Panhandle, dem Grenzgebiet von Texas und Oklahoma hat sich die Schweinemast breit gemacht, eine widernatürliche Nahrungsindustrie, die das Leben von Tieren und Menschen zerstört. "Die Haut von Fabrikschweinen ist so dünn, dass man durchschauen kann. Wenn man sie auf den Viehtransport laden will, bluten sie schon bei der geringsten Berührung. Und manche von ihnen sind so übergewichtig, dass ihre Beine unter ihnen wie Zündhölzer wegknicken. Die Ferkel zucken mit dem Kopf als hätten sie den Veitstanz und scheuern sich am Maschendraht blutig."(S. 468) Noch gibt es erst vereinzelte Schweinefabriken im Panhandle, doch wehe dem, der eine Farm in der Nähe einer solchen Mast besitzt. "Der Wind hatte sich gedreht und trug eine volle Ladung Schweinefarmluft heran, einen überwältigenden fauligen Gestank wie von zehntausend stinkenden Socken, verwesendem Fleisch, abgestandenem Urin und fauligem Sumpfgras, von saurem Erbrochenem und von Jauche, einen so ungeheuerlichen, greifbaren Gestank, das Bob würgen musste."(S. 198f) . Besagter Bob, der hier würgen muss, ist die Hauptfigur des vorliegenden Romans, eine ambivalente Gestalt, dessen Auftrag darin besteht, als verdeckter Grundstücksaufkäufer im Dienste seines Arbeitgebers Global Pork Rind das Elend des Pandhandle noch zu vergrößern. Im Old Dog Cafe von Wooleybucket macht er sich undercover mit der Geschichte des Panhandle bekannt, er lauscht den Erzählungen von Tornados, Katastrophen, Liebeshändeln und der Not der großen Depression. "Sheriff Hugh Dough war vierzig Jahre alt, ein kleiner Mann von einem Meter fünfundsechzig und sechzig Kilo Gewicht, voller Ticks und Macken aber trotz allem ein tierisch gefürchteter Sheriff. Er hatte eine scharfe Aztekennase, pflaumiges schwarzes Haar und schwarze Knopfaugen wie aus der Schublade eines Tierpräparators. Entzündete Pickel zogen sich in einem Winkel seines trichterförmigen Mundes bis zum Ohr. Sein Leben lang war er Bettnässer gewesen, inzwischen machte es ihm nichts mehr aus. Im Bett hatte er ein Gummituch und im angrenzenden Badezimmer eine Waschmaschine. Er hatte nie geheiratet, weil es für ihn unvorstellbar war, diese Situation zu erklären."(S. 79) Aber nicht nur der Sheriff ist eine Marke für sich - schier unüberschaubar ist das kauzige Personal von Wooleybucket, das der unscheinbare Bob Dollar bei seinen erfolglosen Ankaufversuchen im Panhandle kennen lernt. Ihre Biographien, aufgespalten und in immer wechselnden Kontexten neu erzählt, bilden den kunterbunt und üppig gestalteten eigentlichen Schwerpunkt des Romans, Aber handelt es sich auch um einen großen Roman? Wer die Dichte von "Brokeback Mountain" erwartet, wird von dem vorliegenden 500Seiten Werk enttäuscht sein. Wie schon in "Schiffsmeldungen" und "Das grüne Akkordeon" kommen manche Dialoge und Beschreibungen ein wenig langatmig daher. Die Stärke des Buches liegt eher im Anschaulichen, in einer geradezu mitreißenden Erfindungsgabe was die Skizzierung von Personen, Situationen und Landschaften betrifft. Dass diese Käuze vom Panhandle über den ganzen Roman hinweg immer wieder aufs Neue auftauchen und verschwinden, verwandelt das Buch fast in eine texanische Saga, und wer will darüber mosern, dass das Ende dieser Saga ein wenig märchenhaft klingt? Denn zum Schluss, so viel sei verraten, wird das Panhandle vor dem Zugriff der Schweinemastkonzerne gerettet, und der gescheiterte Bob Dollar verliert zwar seinen Job, gewinnt aber eine neue Heimat und neue Freunde "mitten in Amerika". Und wenn sie nicht gestorben sind, dann belauschen sie noch heute das wieder erwachsende Büffelgras des am Stadtrand von Wooleybucket. Weites Land... 4 von 5 Punkten...für eine ausschweifende Geschichte. Annie Proulx wird bei -Mitten in Amerika- ihrem Ruf als erstklassige Erzählerin gerecht.Allerdings dauert es ungefähr 100 Seiten, bis ich in diesem Roman hinein gekommen bin. Dann lief es wie geschmiert und die Story um Bob Dollar ließ einen nicht mehr los. Bob Dollar arbeitet als Angestellter für eine große Schweinemastfirma. Er soll im Panhandle, dem Grenzgebiet zwischen Oklahoma und Texas, Ranchen ausfindig machen, deren Besitzer verkaufen wollen, damit dort Schweinemästereien entstehen können. Einziges Problem: Die Schweinemastbetriebe werden im Panhandle gehasst, wie der Teufel. So legt Bob Dollar sich eine falsche Geschichte zu und versucht die Einwohner in der kargen, dürren Landschaft auszuhorchen. Er kommt bei der Rancherwitwe LaVon unter, die eine Art Biografie des Landes schreibt. Bob interessiert sich für die Geschichte des Panhandle und nach und nach nimmt ihn der Reiz dieser sonderbaren Landschaft und der seltsamen Menschen, die in ihr wohnen, gefangen. Ganz zum Unwesen seines Chefs, denn der will Ergebnisse. Aber Bob verfängt sich mehr und mehr in der staubigen Gegend um Texas und erkennt am Ende, dass er seinen eigenen Weg durchs Leben finden muss. Annie Proulx war und ist eine Schriftstellerin der Sonderklasse. Kommt sie in Schwung, muss man ihr einfach zuhören. Anders als zum Beispiel bei -Schiffsmeldungen- liest sich -Mitten in Amerika- leider etwas schwer an. Man muss sich durch die ersten Seiten kämpfen, um mit dem Rest der Geschichte belohnt zu werden. Wer Annie Proulx kennt, und mag, der wird damit keine Schwierigkeiten haben. Neuleser evtl. schon. |
|
|
ACE, Access to Commercial English, Bd.2, 9., 10. und 11. Jahrgangsstufe: Für die 9., 10., und 11. Jahrgangsstufe an WirtschaftsschulenTaschenbuch von Oldenbourg SchulbuchverlagPreis bei Amazon: EUR 30,50, Angebote ab EUR 20,00 ISBN: 348618802X |
|
|
|
ACE. Access to Commercial English. Part 1 von Robert ParrBroschiert von Oldenbourg SchulbuchverlagPreis bei Amazon: EUR 31,50 ISBN: 3637188015, Erscheinungsdatum: März 2000 |
|
|
|
ACE-Hemmer. Pharmakologie, lokale Wirkungen - Organprotektion und klinische AnwendungGebundene AusgabePreis bei Amazon: EUR 6,80, Angebote ab EUR 3,48 ISBN: 3890750583, Erscheinungsdatum: 1993 |
|
|
|
The Sign von Ace of BaseAudio CD von Metronome,Angebote ab EUR 0,01 ISBN: , Erscheinungsdatum: 1993 |
|
|
|
Don`t Turn Around von Ace of BaseAudio CD von Metronome,Preis bei Amazon: EUR 4,99, Angebote ab EUR 1,49 ISBN: , Erscheinungsdatum: Januar 1994 |
|
|
|
Von Büroklammern und anderen Erfolgsgeheimnissen: Ace Greenbergs bissige Notizen, die Bear Stearns zum Erfolg führten von Alan C. GreenbergGebundene Ausgabe von FinanzBuch VerlagPreis bei Amazon: EUR 26,90, Angebote ab EUR 1,55 ![]() 1 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3898793559, Erscheinungsdatum: Januar 2008, Auflage: 1. Auflage |
Eine Kundenrezension:vollkommen informationsfrei 1 von 5 PunktenWie der Untertitel schon verlauten läßt, enthält das Buch ausschließlich bissige (zynische) Notizen im Email-Format, die Greenberg an seine Mitarbeiter und Partner versendet hat. Beispielsweise, sie sollen Strom sparen und nicht verwendete Lichter ausmachen. Einen Monat später dann, sie sollen nicht nur vertikale Lichtschalter, sondern auch horizontale Lichtschalter ausknipsen. Ich mußte beim Lesen nicht wirklich schmunzeln und da sich die Tips auf derartige operative Banalitäten beschränken, kann man sich den Kauf des Buches, ganz im Sinne von Greenberg, auch sparen. |
|
|
Nachfrage nach Functional Food in Deutschland: Analyse der Determinanten am Beispiel von ACE-Getränken von Julia KraemerBroschiert von Vdm Verlag Dr. MüllerPreis bei Amazon: EUR 49,00 ISBN: 3639050878, Erscheinungsdatum: Juni 2008 |
|
|
|
Die Spielerin: Erotischer Roman von Lisette AllenBroschiert von Bastei LübbePreis bei Amazon: EUR 4,99, Angebote ab EUR 0,07 ![]() 2 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3404772636, Erscheinungsdatum: Juni 2008, Auflage: 1., Aufl. |
3 Kundenrezensionen:Ganz nett 2 von 5 PunktenDie Spielerin" ist ein Roman, den man locker flockig lesen kann, er ist nicht anspruchsvoll, aber ganz nett. Wer also eine leichte Lektüre sucht, um sich Berieseln zu lassen, kann zugreifen. Wer anspruchsvolle Erotik sucht, sollte lieber die Hände von dem Buch lassen. Es prickelt zwar zwischen der Spielerin Marisa und Lord Delsingham, aber es gibt viele Erotikszene nebenher, die an unsinnigen Stellen eingestreut wurden. Man merkt, dass die Autorin einige Sexszenen reingequetscht hat, nur um der Erotikwillen. Also, nicht viel nachdenken, sondern sich berieseln lassen - oder ein anderes Buch kaufen. Lesebuch für Erwachsene 3 von 5 PunktenMarisa die Hauptdarstellerin des Buches liebt das Glücksspiel. Dabei helft sie ihrem Glück mit Tricks nach. Mit Rat und Tat stehen ihre Freunde bei. Und als vieles schon verloren geglaubt zu sein, erbt sie ein Haus im Grünen. Die Liaison mit einem der reichsten Männer Londons drückt dem Buch den Stempel auf. Wobei immer wieder einige Kleinigkeiten passieren. Der Einband des Buches täuscht!!! Die Erotik kommt zu kurz. Ein erotischer Roman besteht halt mehr als einige male etwas zu erwähnen. Und wenn dann ist es doch unserer Phantasie überlassen. Bsp. ein unbeschreiblicher und prickelnder Orgasmus, der so intensiv was ... Na ja, war ja nicht dabei. Kann ich mir vorstellen oder auch nix !!! Es ist ein Lesebuch für Erwachsene. Jenes könnte man auch seinem Partner vorlesen zum Einschlafen. Wer Erotik erwartet ist hier fehl am Platz. Wer sich aber mit einer modernen Sprache gerne in andere Epochen aufhält und eine kleine Geschichte drum herum erwartet, kann man durchaus damit leben. Sehr, sehr anspruchslos 1 von 5 PunktenVon der Kurzbesprechung her habe ich mir etwas mehr erwartet. Etwas mehr "anspruchsvolle Erotik". Aber leider ist dieses Buch nichts weiter als ein sehr primitives Sexbuch. Einfach und platt geschrieben, auf jeder zweiten Seite fallen die Darsteller in die Büsche, Betten, ... usw. Die Autorin hat wohl auch versucht mit schönen Fremdwörtern die Story etwas zu heben, was ihr aber mehr als misslungen ist. Unter einem Sittengemälde stelle ich mir etwas weit besser geschriebenes vor. |
|
|
Ace FrehleyTaschenbuch von Betascript PublishingPreis bei Amazon: EUR 45,00 ISBN: 6130965362, Erscheinungsdatum: Juli 2010 |
|
|
...
Impressum
• Kontakt
• Startseite
• Produktkategorien
• Geschenkgutscheine
•
Auf diesen Link bitte nicht klicken Duft & Pflege Spiele Sportsachen Foto
Auf diesen Link bitte nicht klicken Duft & Pflege Spiele Sportsachen Foto
Gewisse Inhalte, die auf dieser Website erscheinen, stammen von AMAZON EU SARL.
Diese Inhalte werden so, wie sie sind zur Verfügung gestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.



